kostenloser versand ab 50 € 14 % sparen mit abo 30 tage geld-zurück-garantie
nelio.
jetzt kaufen
kostenloser versand ab 50 € · 14 % sparen mit abo
Journal·etikett
etikett6 min lesezeit

Protein ohne Zuckerzusatz. Was das wirklich heißt.

Protein ohne Zuckerzusatz. Was das wirklich heißt.

„Zuckerfrei" und „ohne Zuckerzusatz" klingen wie Synonyme. Rechtlich sind es zwei verschiedene Schwellenwerte. Unser Iced Latte liegt nach aktuellem Rezeptstand bei 0 g Zucker pro Portion — keine Süßstoffe, kein Sirup, keine Maskierung. Welches Wort was genau bedeutet, regelt eine EU-Verordnung, kein Marketing-Team.

was ist eigentlich der unterschied zwischen den begriffen?

Die beiden Begriffe werden im Alltag synonym benutzt, sind aber zwei getrennte Kategorien mit eigenen Schwellenwerten. Die Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 legt im Anhang fest: „zuckerfrei" darf ein Produkt nennen, wenn es maximal 0,5 g Zucker pro 100 g oder 100 ml enthält. „Ohne Zuckerzusatz" ist strenger formuliert — hier dürfen keine zugesetzten Mono- oder Disaccharide und keine andere Zutat mit süßender Wirkung enthalten sein. Enthält das Produkt von Natur aus Zucker, muss zusätzlich „enthält von Natur aus Zucker" auf dem Etikett stehen.

Der Unterschied ist kein Wortspiel. Ein Getränk kann „ohne Zuckerzusatz" sein und trotzdem mehrere Gramm Fruchtzucker aus einer zugesetzten Fruchtzubereitung enthalten. Nur die Kombination beider Angaben — plus die tatsächliche Zahl auf dem Nährwertetikett — sagt, was wirklich drin ist. Mehr zur restlichen Rezeptur steht auf unserer Seite zu Protein und Kollagen.

wie viel zucker gilt überhaupt als unbedenklich?

Die WHO empfiehlt seit 2015, freie Zucker auf unter 10 % der täglichen Energiezufuhr zu begrenzen, mit einem zusätzlichen Nutzen unterhalb von 5 %. „Freie Zucker" meint dabei nicht nur zugesetzten Haushaltszucker, sondern auch Zucker aus Honig, Sirup und Fruchtsaftkonzentrat.

Die DGE hat diese Grenze gemeinsam mit der Deutschen Adipositas-Gesellschaft und der Deutschen Diabetes Gesellschaft 2018 für Deutschland übernommen: maximal 10 % der Energiezufuhr aus freien Zuckern. Bei einer angenommenen Zufuhr von 2000 kcal entspricht das rund 50 g pro Tag — und die tatsächliche Aufnahme liegt bei Erwachsenen in Deutschland darüber, nicht darunter.

Für ein einzelnes Getränk heißt das: 0 g sind nicht „gesünder" im medizinischen Sinne einer einzelnen Zahl, sie sind schlicht 0 g von einem Tageskontingent, das die meisten Menschen ohnehin schon ausschöpfen.

Zuckerwürfel liegen aufgestapelt auf einem Löffel
Die Zahl auf dem Etikett zählt. Nicht das Wort daneben.

warum schmecken viele proteingetränke trotzdem süß?

Weil „ohne Zuckerzusatz" nichts über Süßstoffe aussagt. Ein Getränk kann komplett frei von Zucker sein und trotzdem stark gesüßt schmecken — durch Sucralose, Steviolglycoside oder Acesulfam-K. Das ist rechtlich zulässig und steht auf keinem der beiden Etiketten als Warnung, nur als Zutat in der Liste.

Wer explizit ein Getränk ohne jede süßende Zutat sucht, muss also die Zutatenliste lesen, nicht nur den Vorderseiten-Claim. Geschmack ist an dieser Stelle eine reine Rezepturentscheidung: Süßstoffe kaschieren Bitterkeit und Kreidigkeit günstiger, als sie zu vermeiden. Warum wir diesen Weg nicht gehen, steht in Warum wir das Wort „Fuel" meiden. Ein Teil der wahrgenommenen Süße kommt bei uns stattdessen aus der Bohne selbst — mehr dazu in Warum Arabica und nicht Robusta.

zuckerfrei, ohne zuckerzusatz, zuckerreduziert — der vergleich

Angabe Rechtliche Bedingung Sagt nichts aus über
„zuckerfrei" ≤ 0,5 g Zucker / 100 g oder 100 ml Süßstoffe, Kalorien insgesamt
„ohne Zuckerzusatz" keine zugesetzten Mono-/Disaccharide oder süßenden Zutaten natürlich enthaltenen Zucker aus Zutaten
„zuckerreduziert" mind. 30 % weniger Zucker als vergleichbares Standardprodukt absolute Menge — kann trotzdem hoch sein

Unser Iced Latte fällt nach aktuellem Rezeptstand in die erste Kategorie: 0 g Zucker pro Portion, ohne Süßstoffe zugesetzt. Beide Aussagen zusammen — nicht nur eine davon — sind der Grund, warum wir „0 g Zucker" schreiben und nicht nur „ohne Zuckerzusatz".

Ein Glas Iced Coffee steht auf einer hellen Oberfläche
Kein Zucker heißt hier wörtlich: keiner.

zählt milchzucker eigentlich auch als „zucker"?

Ja und nein — und genau diese Unschärfe sorgt für die meisten Missverständnisse. Wer unser Pulver mit Milch statt Wasser anrührt, fügt Laktose hinzu, also Milchzucker. Auf dem Nährwertetikett des fertigen Glases taucht dieser Zucker dann unter „davon Zucker" auf.

Nach der WHO-Definition zählt Laktose aus Milch selbst aber nicht zu den „freien Zuckern", auf die sich die 10-%-Grenze bezieht — anders als etwa Fruchtsaft, dessen Zucker trotz natürlichen Ursprungs mitgezählt wird. Der Grund: freie Zucker sind definiert über den Verarbeitungsgrad und die Matrix, nicht allein über die chemische Herkunft. Für die Tagesbilanz nach WHO/DGE zählt die Laktose aus einem Glas Milch also anders als ein Löffel Haushaltszucker.

Praktisch heißt das: unsere „0 g Zucker"-Angabe bezieht sich auf das Pulver selbst, zubereitet nach Anleitung mit kalter Flüssigkeit. Wer Milch statt Wasser wählt, addiert deren natürlichen Zuckergehalt — das ist keine versteckte Zutat, sondern schlicht Milch.

enthält das pulver selbst laktose?

Ja, in geringer Menge — weil die Proteinbasis ein Molkenprotein-Konzentrat (WPC) ist, und WPC enthält von Natur aus Laktose. Das ist ein anderes Ausgangsprodukt als ein Whey-Isolat, bei dem der größte Teil der Laktose durch einen zusätzlichen Filtrationsschritt entfernt wird.

Wir nennen unser Produkt deshalb bewusst nicht „laktosearm" und schreiben keine Zahl unter 0,1 g pro Portion — diese Werte gehören zu Isolat, nicht zu Konzentrat, und eine Verwechslung wäre für Menschen mit Laktoseintoleranz keine Kleinigkeit, sondern potenziell unangenehm. Die exakte Menge nennen wir erst, sobald das finale Nährwertpanel vorliegt, statt jetzt eine Zahl zu schätzen. Warum wir überhaupt Konzentrat statt Isolat verwenden, ordnen wir separat ein in Why Fifteen Grams.

wann ein süßstofffreies getränk trotzdem nicht die richtige wahl ist

Wer aus geschmacklichen Gründen ein süßeres Getränk bevorzugt, wird ein Getränk ohne jede süßende Zutat als weniger süß wahrnehmen — das ist keine Fehlkommunikation, sondern die logische Folge der Rezeptur. Ebenso wenig ist „0 g Zucker" ein Statement zu Kalorien insgesamt: Protein und Fett liefern eigene Energie, unabhängig vom Zuckergehalt.

Und wer aus medizinischen Gründen — etwa bei Diabetes — auf Zuckeraufnahme achten muss, sollte sich nicht auf ein einzelnes Etikett verlassen, sondern das Gesamtbild mit einer Ernährungsfachkraft abstimmen. Diese Einordnung ersetzt keine individuelle Beratung.

Ebenfalls wichtig: „0 g Zucker" ist keine Aussage zu Kohlenhydraten insgesamt. Zucker ist nur eine Untergruppe der Kohlenhydrate — wer eine kohlenhydratarme Ernährung verfolgt, braucht die vollständige Nährwerttabelle, nicht nur die Zuckerzeile.

häufige fragen

Ist „ohne Zuckerzusatz" dasselbe wie „zuckerfrei"?
Nein. „Zuckerfrei" ist ein Schwellenwert (≤ 0,5 g/100 g), „ohne Zuckerzusatz" ein Verbot zugesetzter Süße — beide Angaben schließen sich nicht aus, sind aber nicht identisch.

Enthält nelio. Süßstoffe?
Nein, nach aktuellem Rezeptstand nicht.

Warum schmecken manche zuckerfreien Getränke trotzdem süß?
Wegen zugesetzter Süßstoffe — rechtlich zulässig, aber unabhängig vom Zucker-Claim.

Wie viel Zucker pro Tag gilt als Obergrenze?
Laut WHO und DGE unter 10 % der Energiezufuhr, bei 2000 kcal rund 50 g.

Macht 0 g Zucker das Getränk automatisch gesund?
Das behaupten wir nicht — es ist eine von mehreren Zahlen auf dem Etikett, keine Gesamtbewertung.

Die Zahl auf dem Etikett zählt. Nicht das Wort daneben.

quellen

  1. Verordnung (EG) Nr. 1924/2006, Anhang — Bedingungen für nährwertbezogene Angaben („zuckerfrei", „ohne Zuckerzusatz")
  2. WHO — Guideline: Sugars intake for adults and children, 2015 (WHO/NMH/NHD/15.3)
  3. DGE, DAG, DDG — Quantitative Empfehlung zur Zuckerzufuhr in Deutschland, Konsensuspapier 2018